Photovoltaikanlage Eigenverbrauch: Der heilige Gral

Der Eigenverbrauch bei Photovoltaikanlagen

Photovoltaik und Eigenverbrauch

Der Eigenverbrauch ist wohl eines der heiß gehandeltsten Themen unter PV-Anlagenbesitzern. Je mehr desto besser, da sind sich alle einig. Aber was ist der Eigenverbrauch eigentlich ganz genau, wie lässt er sich berechnen, wie lässt er sich steigern, was hat das Ganze mit Autarkie zu tun und wie viel Eigenverbrauch ist denn überhaupt genug? Diese Fragen beantwortet Ihnen Energieversum gern – los geht’s!

Was ist der Eigenverbrauch bei Photovoltaikanlagen?

Der Name lässt wenig Interpretationsspielraum: Der Eigenverbrauch ist die Energie, die wir mit unserer Photovoltaikanlage produzieren und auch selbst verbrauchen. Das bedeutet, wir speisen den Strom aus unserer Anlage nicht in das öffentliche Stromnetz ein und kassieren dafür auch keine Einspeisevergütung. Stattdessen sind wir bestrebt, unsere grüne Energie vom Dach ohne große Umwege im Haushalt zu verwenden. Ein eigener Stromspeicher ist dabei eine sehr große Unterstützung, denn er fängt den Strom auf, den wir gerade nicht benötigen und stellt ihn zur Verfügung, wenn vom Dach kein frischer Strom kommt – zum Beispiel in der Nacht. Mit einem Stromspeicher lässt sich also der Eigenverbrauch erhöhen. Aber warum ist das so wichtig?

Warum ist es sinnvoll den Eigenverbrauch zu erhöhen?

  • Einspeisevergütungen sinken

  • 6,24 Cent pro kWh (Stand Juli 2022)

  • Eigenverbrauch sinnvoller

Na klar, wir möchten mit unserer Photovoltaikanlage möglichst unabhängig vom öffentlichen Netz sein. Für viele PV-Besitzer ist das ein wichtiger Grund zur Anschaffung der eigenen Anlage. Aber das möchten wir natürlich nicht aus Prinzip, sondern um unseren Geldbeutel und die Umwelt zu entlasten. Denn durch den Einsatz von erneuerbaren Energien, wie eben der Solarenergie, stellen wir sicher, dass lupenreiner und grüner Strom durch unsere Leitungen fließt. Doch auch aus finanzieller Sich macht es unbedingt Sinn, die erzeugten Strommengen der eigenen Photovoltaikanlage selbst zu verbrauchen

Der Grund ist eine einfache Tatsache: Die Einspeisevergütungen sinken, die Strompreise steigen. Während wir also aktuell nur noch nett gemeinte 6,24 Cent pro kWh (Stand Juli 2022) für unseren eingespeisten Strom bekommen, müssen wir für den Zukauf von Energie aus dem öffentlichen Netz rund satte 38 Cent (Stand Juli 2022) pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh) auf den sprichwörtlichen Tisch legen. Dafür brauchen wir keinen Taschenrechner – den Strom selbst zu verbrauchen macht einfach mehr Sinn. Aber bedeutet das, wir müssen den Kuchen immer dann backen, wenn gerade die Sonne scheint und die Socken in der Waschmaschine müssen warten, bis der Regen vorbei ist? Natürlich nicht, denn es gibt einige wirkungsvolle und komfortable Maßnahmen, um den Eigenverbrauch von Solarstrom im Haushalt zu steigern.

Wie kann ich den Eigenverbrauch von PV-Strom erhöhen?

Hier reiben wir uns die Hände, machen noch schnell eine kleine Dehn-Übung und stürzen uns auf unsere Paradedisziplin: die Steigerung des Eigenverbrauchs von Solarstrom. Maßnahmen gibt es viele, darum möchten wir Ihnen hier eine Übersicht geben, wie Sie Ihre ganz persönliche Energiewende optimal vorantreiben.

#1 Der Stromspeicher

Wir haben es schon erwähnt, eine PV-Anlage ohne Stromspeicher ist wie Pommes ohne Ketchup. Eine gute Idee, aber einfach nicht zu Ende gedacht. Denn stellen wir uns vor, die grüne Energie fließt vom Dach und wird im Haushalt nicht genutzt, können wir ihr ohne Stromspeicher nur traurig hinterher winken.

Ein Stromspeicher sorgt dafür, dass Sie Ihre Energie dann verbrauchen können, wenn Sie sie benötigen. Sei es am Abend, wenn der Fernseher läuft und das Licht brennt oder an regnerischen Tagen, wenn sie einen gemütlichen Kaffee kochen oder sich die Haare föhnen möchten.

Ein Stromspeicher hilft also aktiv dabei, den Eigenverbrauch zu erhöhen – darum ist eine Solaranlage eigentlich nur mit Stromspeicher komplett. Wenn dann immer noch überschüssiger Strom produziert wird,der nicht mir in den Speicher passt, können Sie diesen immer noch ins öffentliche Stromnetz einspeisen – denn schließlich sind auch 6,24 Cent besser als nichts.

SENEC Stromspeicher Photovoltaik

#2 Die Stromcloud

Besser als nichts, aber eben auch nicht so richtig gut. So könnte man die Ausbeute des verkauften Stroms beschreiben. Eine Lösung kann hier eine Strom- oder PV-Cloud sein. Das Prinzip ist recht simpel: Alles, was an erzeugtem Solarstrom nicht im Haushalt benötigt wird und im Stromspeicher keinen Platz mehr findet, wandert nicht ins mittels klassischer Einspeisung ins öffentliche Netz, sondern in Ihre Stromcloud.

Dort verlängert sich die Halbwertszeit Ihrer PV-Energie ungemein. Im Vergleich zum Stromspeicher, der dazu dient, die Energie für einige Tage zwischenzuspeichern, wartet die Energie in der Cloud auch Monate darauf, dass Sie sie abrufen – zum Beispiel im Winter, wenn es weniger PV-Power aus Ihrer Anlage gibt. Sie laden quasi im Sommer ein solares Energie-Guthaben auf und verbrauchen es ganz flexibel. Hier klingelt die Eigenverbrauchsbilanz Ihrer Photovoltaikanlage.

Die Stromcloud als virtueller Stromspeicher für mehr Eigenverbrauch

#3 Das Heizen mit Photovoltaik

Allein beim Gedanken wird uns warm ums Herz. Mit Sonnenenergie zu heizen löst nämlich gleich noch ein weiteres energetisches Nadelöhr im Haushalt: Die Nebenkosten für das Heizen. In Kombination mit einer Wärmepumpe sorgen PV-Anlagen dafür, dass Sie sich von fossilen Brennstoffen lösen können und den Photovoltaik-Eigenverbrauch steigern. Die Energie aus Ihrer Solaranlage fließt in die Wärmepumpe und sorgt so dafür, dass es im Haus nicht kalt wird. Hier kommen wir jedoch auch zur Problemstellung: Kalt wird es im Haus vor allem im Winter.

Eben genau der Zeit, in der die PV-Anlage aufgrund der Wetterverhältnisse nicht auf Hochtouren läuft. Den Strom dann aus dem Netz beziehen zu müssen, zerhagelt unsere Rechnung – doch Rettung ist nah.

Denn wer im Sommer für eine prall gefüllte Stromcloud gesorgt hat, kann im Winter daraus Energie für die Wärmepumpe beziehen und das Problem ist gelöst. Eine vorausschauende Planung ist für den Betrieb einer Wärmepumpe mit Photovoltaik also das A und O. Sprechen Sie uns an, wir helfen Ihnen dabei.

#4 Das Tanken mit Photovoltaik

Kommen wir zu einem weiteren Kostenfaktor, der uns auf die Laune und den Kontostand schlägt: die Benzin- und Dieselpreise. Und auch hier kommt die Antwort vom Dach. Wer auf ein E-Auto umsteigt, schlägt den hohen Kraftstoffpreisen ein Schnippchen und steigert gleichzeitig den Eigenverbrauch seiner Solaranlage.

Nutzen Sie dafür unbedingt eine professionelle Wallbox. Damit geht der Ladevorgang schneller und effizienter vonstatten und auch mit der Zuverlässigkeit und Sicherheit einer Wallbox können handelsübliche Steckdosen nicht mithalten.

Elektroauto mit einer Photovoltaikanlage betanken für mehr Eigenverbrauch

#5 Der Einsatz von Smarten Lösungen

Der gezielte Verbrauch Ihrer Solarenergie hilft ebenfalls dabei, den Eigenverbrauch zu steigern. Hierfür kommen clevere Energiemanagementsysteme zum Einsatz, diese kommunizieren mit dem Smart Meter (ein digitaler Stromzähler, den Sie im Normalfall ohnehin für Ihre PV-Anlage brauchen) und sorgen so dafür, dass der Strom möglichst dann verbraucht wird, wenn er produziert wird. Mithilfe smarter Technologien und intelligenter Stromzähler können Sie also Ihren Eigenverbrauch optimieren, ohne selbst einschreiten zu müssen.

Wie lässt sich der Eigenverbrauch einer Photovoltaikanlage berechnen?

Nun wissen wir also, wie wir den PV-Eigenverbrauch erhöhen können. Aber wie hoch ist er denn nun? Um den Eigenverbrauch zu berechnen, werfen Sie einen Blick auf den Einspeisezähler. Nun ziehen Sie die eingespeiste Energie von der erzeugten Energie (die kennt der Zähler Ihrer PV-Anlage) ab. Nun haben Sie den Wert in Kilowattstunden (kWh). Dieser bringt uns nur bedingt weiter, denn wir wollen ja Aufschluss über die Quote des Eigenverbrauchs bei Photovoltaik erhalten.

Dazu stellen wir im Grunde einfach die Erträge unserer Photovoltaikanlage mit dem Eigenverbrauch im Haushalt gegenüber. Hierbei sollten wir jedoch den Unterschied zwischen Eigenverbrauch und Autarkie beachten. Dazu ein kleines Rechenbeispiel:

Eigenverbrauch der PV-Anlage berechnen:

Eigenverbrauch / PV-Produktion * 100 = Eigenverbrauchsquote

4000 kWh / 6000 kWh * 100 = 66,7 %

66,7 % unseres selbst erzeugten Solarstroms verbrauchen wir also selbst. Nicht übel, aber es geht besser – mit den oben genannten Tipps.

Im Vergleich dazu stellt der Autarkiegrad dar, welchen Anteil der selbst erzeugte Solarstrom an unserem Gesamtverbrauch hat. Er zeigt also auch, wie viel Strom noch aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss.

Autarkiegrad der PV-Anlage berechnen:

Eigenverbrauch / Gesamtverbrauch * 100 = Autarkiegrad

4000 / 5500 * 100 = 72,7 %

Unser Autarkiequote liegt also bei 72,7 %. 27,3 % müssen wir demzufolge noch aus dem öffentlichen Netz hinzukaufen.

Wie viel Eigenverbrauch ist gut?

Je mehr desto besser – das ist zwar wahr, aber dennoch recht vage. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine PV-Anlage ohne Speicher meist auf eine Eigenverbrauchsquote von 25 bis 40 % kommt. Der Rest wird dann eben ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Dass sich das jedoch nicht sonderlich lohnt, haben wir bereits geklärt. Wir wollen also mehr. Beim Einsatz von Photovoltaik mit Speicher lässt sich die Eigenverbrauchsquote auf 60 bis 80 % hochschrauben.

Das ist ein Wert, der Ihnen dank persönlicher Energiewende auch finanziell gute Resultate liefert. Wenn Sie nun zu der PV-Anlage mit Stromspeicher noch eine Wärmepumpe und eine Strom-Cloud hinzuziehen, kann es bei guter Planung gelingen, die volle Kapazität ihrer Photovoltaikanlage selbst nutzen zu können.

Die Auswirkungen des Eigenverbrauchs auf die Steuer

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage betreiben, werden Sie aus steuerlicher Sicht zum Unternehmer. Dabei müssen Sie nicht nur den Strom versteuern, den Sie zum Beispiel über die Einspeisevergütung verkaufen, sondern auch den Eigenverbrauch als Betriebseinnahme erfassen.

Der eigene Verbrauch der produzierten Energie gilt steuerlich als Entnahme von Betriebsvermögen. Es gilt also Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch zu entrichten. Dabei können Sie entscheiden, ob Sie pauschal 20 Cent pro Kilowattstunde ansetzen möchten oder den Wiederbeschaffungswert, also den Preis, den Sie für Energie aus dem öffentlichen Netz bezahlen müssten. Photovoltaik und Steuern ist ein ganz eigenes Thema, das Sie am besten auch mit Ihrem Steuerberater besprechen.

Setzen Sie auf Eigenverbrauch von Photovoltaikstrom

Wenn Sie eine Solaranlage planen, sollten Sie sich die Vorteile des Eigenverbrauchs von PV-Energie nicht entgehen lassen. Es lohnt sich, Photovoltaik als ganzheitliche Lösung für die Versorgung Ihres Haushaltes in Betracht zu ziehen. Die Nebenkosten fürs Wohnen und auch Aufwendungen für Kraftstoffe sind aktuell kaum einschätzbar – lassen Sie sich nicht von den Nachrichten über gestiegene Energiepreise nervös machen und nehmen Sie Ihre Energieversorgung selbst in die Hand. Unsere Experten von Energieversum helfen Ihnen dabei, die passende Anlage für Ihre Bedürfnisse zu finden, die auch noch in 20 Jahren zu den Anforderungen in Ihrem Leben passt – denn so lange profitieren Sie mindestens von der unabhängigen und sauberen Energie Ihrer Photovoltaikanlage.

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